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Wenn Kinder Langeweile haben

Kind Langeweile

"Mama, ich habe Langeweile."
Diesen Satz wirst Du als Mutter vielleicht häufig zu hören bekommen, wenn Deine Kinder etwa zwischen vier und zehn Jahren alt sind. Meist möchte Dein Sohn oder Deine Tochter durch diese Äusserung gleichzeitig deutlich machen, dass Du als Spielpartnerin erwünscht bist. Doch im Alltag kannst Du nicht immer alles stehen und liegen lassen, wenn Dein Kind sich langweilt. Du musst schliesslich Deine Familie versorgen und noch vielen anderen Pflichten nachkommen: Das Essen kocht sich nicht von alleine und auch der Haushalt will erledigt werden. Andererseits hast Du vielleicht ein schlechtes Gewissen, wenn Du den Wunsch Deines Kindes, beschäftigt zu werden, ablehnen musst. Gerade jüngere Kinder brauchen doch jemanden, der mit Ihnen spielt, wenn sie keine Geschwister haben, oder?

Wenn Zeit einfach nicht vergehen will

Langweile kennt jeder Mensch. Erwachsene haben nur in der Regel im Alltag so viele Pflichten, dass sie freie und unverplante Zeit nicht als Langweile empfinden. Im Gegenteil, sie freuen sich, wenn sie einmal nichts tun müssen. Für Kinder und Erwachsene gilt jedoch gleichermassen, das Zeit gefühlt viel schneller vergeht, wenn man Spass macht und einer Tätigkeit nachgeht, die als sinnvoll und erfüllend empfunden wird. Für Dein Kind ist das in der Regel das Spiel, für Dich als Mutter vielleicht die Möglichkeit, in Ruhe ein Buch zu lesen, einen spannenden Film anzuschauen oder Deinen Hobbys nachzugehen.

Innerhalb der Familie kann Langweile bei Kindern zum Problem werden, weil sie in dieser Situation häufig quengelig und unruhig sind. Sie wissen nichts mit sich anzufangen und erwarten von Dir als Mutter, dass Du ihnen Anregungen verschaffst oder Dich besser noch gleich und sofort mit ihnen beschäftigst. Wenn Du dann erklärst, dass Du gerade andere Dinge zu tun hast, kann die Situation leicht eskalieren.

Langeweile fördert die kindliche Kreativität

Grundsätzlich solltest Du nicht glauben, dass Langeweile Deinen Kindern schadet. Ganz im Gegenteil: Kinder, die sich langweilen, haben die Möglichkeit, selbstständig kreative Ideen zu entwickeln. Es beklagen sich übrigens häufig diejenigen Kinder über Langeweile, die besonders viel Spielzeug besitzen und regelmässig viel Aufmerksamkeit von ihren Eltern erhalten. Dabei braucht ein Kind nicht viel, um sich selbst ohne Mama und Papa kreativ zu beschäftigen: Mal- und Bastelmaterialien, Bau- und Konstruktionsmaterial sowie Spielzeug, welches zu Rollenspielen einlädt, ist meist ausreichend. Je weniger das Spielmaterial zweckgebunden ist, desto besser: Mit einer einfachen Decke kann Dein Kind eine Höhle bauen, die Puppen zudecken oder diese als Vorhang einsetzen. Mit simplen Papprollen lassen sich unendlich viele kreative Dinge basteln.

Wenn Kinder scheinbar nichts tun, beobachten sie viel

Wenn Dein Sprössling also über Langweile klagt, musst Du nicht sofort darauf reagieren. Manchmal helfen schon ein paar Anregungen, damit Kinder eine Beschäftigung finden. Andererseits ist es auch alles andere als schlimm, wenn ein Kind einmal nichts tut. In dieser Phase beobachtet es das Geschehen um sich herum, auch dadurch werden kognitive Prozesse angeregt. In jedem Fall ist es nicht förderlich, wenn Kinder ständig beschäftigt werden. Das hemmt ihre Kreativität und hilft ihnen nicht, sich zu einer selbstständigen Persönlichkeit zu entwickeln.

Tipp: Feste Zeiten für Aktivitäten mit der Familie einplanen

Natürlich braucht Dein Kind auch Zeiten, in denen es Deine volle Aufmerksamkeit als Mutter hat. Im stressigen Alltag ist Zeit füreinander jedoch in vielen Familien knapp. Das Wochenende eignet sich jedoch gut, um gemeinsam etwas zu unternehmen oder einen Spielenachmittag zu veranstalten. So kommen alle auf ihre Kosten und haben Spass, ohne dass die Alltagspflichten zu kurz kommen.

Bildquelle: PublicDomainPictures  / pixabay.com

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