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Erziehen - aber bitte ohne Gewalt!

Erziehung Gewalt Kind

"Ein kleiner Klaps auf den Po hat noch keinem Kind geschadet."
Diese Weisheit ist glücklicherweise veraltet. Die meisten Eltern lehnen Gewalt in der Erziehung ab, möchten ihr Kind nach demokratischen Prinzipien gross ziehen. In den meisten westlichen Staaten ist das Recht der Kinder auf eine Erziehung ohne Gewalt sogar im Grundgesetz geregelt. In der Schweiz ist das leider anders: Eine Ohrfeige ist als Strafe nicht explizit verboten. Neuere Studien zeigen, dass bis zu 40 Prozent der Kinder zwischen einem und vier Jahren schon Gewalterfahrungen gemacht haben.

Im Alltag kommt es also nicht selten vor, dass Mütter oder Väter die Nerven verlieren, wenn ihr Nachwuchs sich nicht so verhält, wie sie es gerne hätten. Ein Antrag, Kinder gesetzlich besser vor Gewalt zu schützen, scheiterte bisher immer. Dabei kann es für die Entwicklung der Kleinen verheerend sein, wenn sie bereits in der frühen Kindheit Gewalterfahrungen machen müssen. In diesem Zusammenhang darf neben der körperlichen Gewalt auch die psychische Gewalteinwirkung nicht unterschätzt werden. Die Folgen sind oft nicht sofort sichtbar oder spürbar, aber jedes Kind leidet, wenn es Gewalt ausgesetzt ist.

Kinder, die Gewalt erleben, ziehen sich zurück oder werden selbst aggressiv

Was passiert, wenn ein Kind Gewalt ausgesetzt ist und kann man wirklich schon von Gewalt in der Erziehung sprechen, wenn Du als Mutter Deinem Kind einen Klaps auf den Hintern gibst, weil es deine Ermahnungen zum wiederholten Mal einfach ignoriert?

Fakt ist: Wenn ein Kind geschlagen wird, fühlt es sich hilflos und ausgeliefert. Kleine Kinder testen ihre Grenzen aus und wollen wissen, wie weit sie gehen können. Konsequentes Verhalten der Eltern ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig, denn Regeln und ein vorgegebener Verhaltensrahmen bieten Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Machen sie jedoch Gewalterfahrungen verlieren sie das Vertrauen in sich und diejenigen Personen, die ihnen eigentlich Schutz bieten sollen. Sie leiden nicht in erster Linie körperlich, sondern vor allem seelisch, weil sie das Erlebte kaum oder nur schwer verarbeiten können. Viele Gewaltopfer entwickeln ebenfalls Aggressionen - entweder gegen sich selbst oder gegen andere und haben es schwer, stabile und tragfähige soziale Bindungen einzugehen.

Viele Eltern fühlen sich überfordert in der Erziehung

"Aber ich schlage mein Kind doch nicht regelmässig, manchmal fühle ich mich einfach so überfordert, dass mir die Hand ausrutscht. Danach tut es mir sofort leid!"

So geht es vielen gestressten Eltern, die sich im Alltag einfach nicht mehr zu helfen wissen. In diesem Fall ist es wichtig, dass Du als Mutter erst gar nicht in eine derart ausweglose Lage gerätst sondern lernst, in Konfliktsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und Dich nicht provozieren zu lassen. Oft hilft es schon kurz den Raum zu verlassen und ganz tief durchzuatmen um die eigene Wut und Hilflosigkeit zu kontrollieren. Vielleicht ist es auch möglich, dass Du Deinen Partner bittest sich mit Deinem Kind auseinanderzusetzen wenn du spürst, dass die Situation zu eskalieren droht. Denke auch daran, Dir im Alltag immer wieder kleine Auszeiten, Entspannung und Zeit für Dich selbst zu gönnen, damit Du Kraft für Deine Familie tanken kannst.

Tipp: Eine Erziehungsberatungsstelle kann oft hilfreiche Tipps geben

Bitte zögere nicht Dir Hilfe zu suchen, wenn Du das Gefühl hast mit der Erziehung Deines Kindes überfordert zu sein! So geht es sehr vielen Eltern. Bevor alle Beteiligten unter der Situation leiden, ist es besser eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Erziehungsberatungsstellen bieten häufig sogar an, den Fall anonym zu behandeln.

Bildquelle: PublicDomainPictures / pixabay.com

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