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Erziehungsmethoden für Dein Kind

Erziehung Methoden Kind

Während der kleine Paul von nebenan zur Strafe häufig auf der "stillen Treppe" sitzen muss, scheint die sechsjährige Marie von gegenüber immer tun und lassen zu dürfen, was sie will. In Sachen Erziehung sind sich Eltern also keineswegs einig - das gilt für Erziehungsziele ebenso wie für die Methoden, die dabei zum Einsatz kommen. Wichtig ist, dass Du als Mutter gemeinsam mit Deinem Partner an einem Strang ziehst und dich frühzeitig damit auseinandersetzt, wie Erziehung in Deiner Familie aussehen soll.

Dennoch kann es durchaus sein, dass Du feststellst, dass nicht alle Methoden bei Deinem Kind die gewünschte Wirksamkeit zeigen. Das ist normal: Selbst erfahrene Pädagogen müssen ihre Methoden immer wieder reflektieren, denn jedes Kind ist anders. Erziehung muss an das Alter sowie an die Bedürfnisse und an die Persönlichkeit des Kindes angepasst werden und nicht umgekehrt.

Erziehung bedeutet nicht, Kindern den eigenen Willen aufzuzwingen

Die wichtigsten und zugleich wirksamsten Methoden in der Kindererziehung sind Lob und Strafe. Dadurch soll gewünschtes Verhalten in der Familie gefördert und unerwünschtes Verhalten verhindert werden. So einfach ist das natürlich nicht, keiner weiss das besser als eine Mutter. Kaum eine Strafe hinterlässt bei Deinem Nachwuchs einen so gewaltigen Eindruck, dass es sich in Zukunft nur noch höflich verhält, anstandslos alle Regeln akzeptiert und bereit ist, seinen Willen zu unterdrücken.

Und das ist auch gut so: Die Zeiten, in denen Erwachsene Kinder durch physische oder psychische Gewalt erziehen wollten, gehören der Vergangenheit an. Es geht nicht darum, den Willen eines Kindes zu brechen. Genauso wenig kann von einem dreijährigen Mädchen verlangt werden, dass es bereits in der Lage ist seine Bedürfnisse zurückzustellen und zu verstehen, was Mutter oder Vater von ihm verlangen. Jedes Individuum hat eine eigene Persönlichkeit und ein Recht darauf, diese zu entfalten.

Logische Konsequenzen sind bessere Methoden als Strafen

Strafen haben ohnehin häufig nicht den Effekt, den Erwachsene sich wünschen. Erziehung innerhalb der Familie kann nur dann funktionieren, wenn ein Kind nach und nach selbst einsieht, wenn es etwas falsch gemacht hat. Strafen sind daher Methoden, die Du kritisch betrachten solltest. Besser geeignet, um Kindern klar zu machen, dass sie nicht klug gehandelt haben, sind sogenannte "logische Konsequenzen." Schmeisst es beispielsweise beim Essen seine Tasse um, muss es aus der Küche ein Handtuch holen und Boden und Tisch säubern. Trödelt es abends vor dem Zubettgehen mit dem Zähneputzen, ist es vielleicht schon zu spät für die gewohnte Gute-Nacht-Geschichte.

Die meisten Kinder lernen aus diesen nachvollziehbaren Konsequenzen viel mehr, als wenn sie bestraft werden würden.

Wichtig: Wenn Du Strafen einsetzt, dann sollten diese in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem jeweiligen Fehlverhalten stehen. Dein Kind kann nicht verstehen, warum es nicht fernsehen darf, weil es sich zuvor vielleicht seiner Schwester oder seinem Bruder gegenüber aggressiv verhalten hat.

Tipp: Kinder loben, aber nicht für Selbstverständlichkeiten

Lob und Belohnung sind positive Verstärker, die Du als Mutter jedoch nicht zu häufig in der Erziehung einsetzen solltest. Es besteht sonst die Gefahr, dass Dein Sohn oder Deine Tochter sich nur noch anstrengt, wenn es dafür eine Belohnung erhält. Beispiel: Dein Kind hat ein buntes Bild gemalt und zeigt es Dir voller Stolz. Du betrachtest das Bild und erkennst schnell, dass Dein Nachwuchs eigentlich schon viel besser malen kann, wenn er sich Zeit nimmt und sich Mühe gibt. In diesem Fall solltest Du das Deinem Kind bei aller Wertschätzung auch zurück melden.

Bildquelle: Gilmanshin / pixabay.com

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