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Demokratie und Mitbestimmung

Demokratie Familie

Mama, Papa und die beiden Kinder, sechs und zwölf Jahre alt, sitzen am Frühstückstisch. Gerade ist eine heisse Diskussion um die Planung der Sommerferien entbrannt. Der Vater wünscht sich einen Städtetrip, die Mutter plädiert für einen erholsamen Familienferien am Strand. Doch damit ist der Nachwuchs nicht einverstanden. Die jüngere Tochter, eine richtige Pferdenärrin, will die schulfreie Zeit unbedingt auf einem Reiterhof verbringen, die ältere wünscht sich mit ihrer Jugendgruppe wegfahren zu dürfen.

Gerade bevor die Diskussion zu eskalieren droht, spricht der Vater ein Machtwort: Man wird die Ferien gemeinsam am Meer verbringen und eventuell einige interessante Städte besuchen. Früher hat es das schliesslich auch nicht gegeben, dass die Kinder das Ferienziel hätten bestimmen dürfen. So weit käme es noch, am Ende dürfe der Nachwuchs gar bestimmen welches Auto angeschafft wird oder wie hoch das monatliche Taschengeld ausfällt.

Partizipation und Mitbestimmung - in einer demokratischen Gesellschaft ein wichtiges Thema

Sicher kennst Du als Mutter ähnliche Situationen wie die oben beschriebene. Es drängt sich die Frage auf, wieviel Demokratie und Mitbestimmungsrecht für die Kinder in Familien notwendig und richtig ist. Einerseits möchtest Du die Wünsche Deiner Kinder nicht übergehen, andererseits willst Du Dir wichtige Entscheidungen natürlich nicht aus der Hand nehmen lassen. Als Mutter und erwachsene Frau kannst Du schliesslich besser einschätzen, was für Deine Familie richtig ist. Dann wäre da noch zu klären, ab welchem Alter ein Kind in Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden sollte.

Wenn Du daran denkst, Deine fünfjährige Tochter bestimmen zu lassen, welches Gericht zum Mittagessen auf den Tisch kommt sind die Folgen klar: Akuter Vitamin- und Nährstoffmangel aufgrund des täglichen Süssigkeiten- und Fast-Food-Konsums. Andererseits: Müssen Kinder nicht so früh wie möglich lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und erfahren, wie Demokratie in der Praxis funktioniert? Gerade der Schweiz sind Mitbestimmung und Partizipation schliesslich Themen, die jeden Bürger betreffen - auch die ganz jungen unter ihnen.

Demokratisches Denken und Handeln will gelernt sein

Natürlich macht es wenig Sinn ein Kleinkind ständig nach seiner Meinung zu fragen. Kinder unter drei Jahren können die Konsequenzen ihres eigenen Handelns noch gar nicht einschätzen und sind sich der meisten Ursache-Wirkung-Phänomene nicht bewusst. Aber im Kindergarten- und Primarschulalter ist Dein Sohn oder Deine Tochter durchaus in der Lage, eine eigene Meinung zu formulieren und demokratische Grundprinzipien zu verstehen. Das bedeutet aber nicht, dass für jede Entscheidung gleich der Familienrat einberufen werden muss: Kinder brauchen klare Regeln und Strukturen, die ihnen von Dir als Mutter vorgegeben werden, um sich daran zu orientieren. Geht es aber um Dinge, die Dein Kind direkt betreffen, so kannst Du ihm ruhig ein Mitspracherecht einräumen. Es sollte beispielsweise selbst entscheiden dürfen, ob es in seiner Freizeit lieber Fussball spielen oder einem anderen Hobby nachgehen möchte.

Tipp: Die Vorteile des Familenrates nutzen

Im einleitend genannten Beispiel verhindert der Vater, dass die Familie in einem demokratischen Prozess im Hinblick auf das Urlaubsziel zu einem Ergebnis kommt, mit dem alle Beteiligten leben können. Schade, denn gerade anhand dieses Entscheidungsprozesses hätten die Kinder beispielhaft gelernt, wie eine Abstimmung funktioniert. Nachdem jeder seine Wünsche vorgetragen hat, sollten diese gesammelt und gegebenenfalls notiert werden. Dann wird abgestimmt, wobei jedes Familienmitglied stimmberechtigt ist. Falls kein eindeutiges Ergebnis zustande kommt, muss über mögliche Kompromisse verhandelt werden.

Bildquelle: skeeze / pixabay.com

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