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Mutter und Karrierefrau

Mutter Karriere

Jana, 32, ist studierte Betriebswirtin und hat einen vierjährigen Sohn. Sie arbeitet in Vollzeit, weil sie ihren Beruf liebt und ihrem Kind etwas bieten möchte. Janas Alltag ist straff organisiert, sie muss ihren Sohn schon um 7.00 Uhr in der Kita abgeben. Das läuft schon so, seit Ben ein Jahr alt ist. Jana hatte sich gefreut, wieder in den Job einsteigen zu können und von Anfang an fühlte sie, dass Ben in seiner Kita gut aufgehoben war. Das bestätigen auch die Erzieherinnen.

Trotzdem nimmt sie täglich die Blicke der anderen Mütter wahr, die darüber den Kopf schütteln, dass Ben morgens zu den ersten Kindern gehört, die in die Betreuungseinrichtung gebracht werden und zu den letzten, die nach Hause gehen. Und natürlich: Wirklich Zeit für die Familie bleibt Jana und Ben nur am Wochenende.

Karriere und Mutter sein - in der Schweiz noch eher die Ausnahme

Das oben aufgeführte fiktive Szenario soll sie Situation widerspiegeln, in der sich eine junge Mutter befinden, für die Familie und Karriere keine "Entweder-Oder-Entscheidung" ist. Sie möchte beides, steht aber deshalb unter besonderem Druck bzw. unter Beobachtung: Frauen, die sich für Kinder entscheiden, sollten in den Augen vieler in ihrem Beruf kürzer treten. Andernfalls gelten sie schnell als ehrgeizige Karrierefrauen, die ihre Familie vernachlässigen.

Laut Statistik gingen in der Schweiz im Jahr 2013 nur 17 Prozent der Mütter einer Vollzeit-Berufstätigkeit nach, halbtags berufstätig sind jedoch knapp 62 Prozent. Bei alleinerziehenden Frauen sind die Zahlen etwas anders: Von ihnen arbeiten fast 30 Prozent in Vollzeit. Insgesamt sind aber viel mehr Mütter berufstätig, als noch 1992. Damals lag der Anteil der nicht erwerbstätigen Frauen mit Kind noch bei über 40 Prozent, heute bleiben nur noch 20 Prozent rund um die Uhr zu Hause.

Ist bei einer erwerbstätigen Mutter mit Kind der Rollenkonflikt vorprogrammiert?

Noch einmal zurück zum Eingangsszenario: Es wird deutlich, dass Jana im Alltag vor allem deshalb mit Unverständnis begegnet wird, weil sie sich bewusst dafür entschieden hat Karriere zu machen obwohl oder gerade weil sie ein Kind hat. Sie liebt ihren Sohn, braucht aber vielleicht auch ihren Beruf, um sich selbst verwirklichen zu können und glücklich zu sein. Ben mangelt es an nichts und seine Mutter ist ihm ein gutes Vorbild wenn es darum geht, die eigenen Ziele zu verwirklichen und den Alltag zu organisieren.

Es ist häufig die Umwelt, die jungen Mütter einen Rollenkonflikt und ein schlechtes Gewissen einredet. Natürlich haben es Frauen, die Karriere machen schwerer, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen. Aber sie handeln deshalb nicht gleich verantwortungslos oder vernachlässigen gar ihr Kind. Wer sich selbst verwirklicht, sollte sich nicht gleich als Egoisten hinstellen lassen müssen. Es ist nichts daran auszusetzen, dass bereits Kleinkinder ausserhalb der Familie betreut werden: Keine seriöse Studie konnte bisher belegen, dass Kinder dadurch einen Nachteil haben. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Tipp: Triff Deine Entscheidung und stehe dazu

Vielleicht geht es Dir ähnlich wie Jana in dem oben beschriebenen Fallbeispiel. Wichtig ist, dass Du für Dich entscheidest ob und in welchem Umfang du arbeitest, wenn Du eine Familie hast. Lasse Dir von anderen kein schlechtes Gewissen einreden und vertrete Deine Entscheidung auch vor Deinem Kind. Du musst Dich nicht dafür rechtfertigen, wenn Du dich beruflich verwirklichen möchtest.

Bildquelle: EME / pixabay.com

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