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Wenn das Stillen zum Zwang wird

Mutter Stillen Zwang

"Nur wenn Du Dein Kind stillst bist Du eine gute Mutter!" Das ist es, was Medien, Ärzte und selbst ernannte Experte seit einigen Jahren hartnäckig propagieren. Doch was ist mit den Müttern, die ihr Baby nicht stillen können oder die, man wagt es kaum zu denken, nicht stillen möchten?

Vielleicht hast Du auch schon die Erfahrung machen müssen, dass nicht-stillende Frauen oft so behandelt werden, als würden sie ihr Kind vernachlässigen oder absichtlich seine Gesundheit gefährden. Die Rolle als gute Mutter scheint denjenigen Frauen vorbehalten zu sein, die sechs Monate lang ihr Kind ausschliesslich mit Muttermilch ernähren - zur Realität der meisten Familien passt diese Forderung nicht. Gerade wenn Du allein erziehend bist, musst Du im Alltag flexibel sein, da hilft es wenig, sich auch noch ein schlechtes Gewissen einreden lassen zu müssen.

Im Alltag junger Mütter bleibt wenig Zeit und Raum zum Stillen

Dass Stillen gut für die Gesundheit Deines Babys ist, stellt niemand infrage. Muttermilch enthält alle Nährstoffe, die ein Kind benötigt, bis es etwa sechs Monate alt ist. Danach muss mit der Einführung von Beikostnahrung begonnen werden, da die Muttermilch als Energiespender nicht mehr länger ausreicht.

Grundsätzlich ist es aber möglich, ein Kind von Geburt an mit Flaschennahrung zu füttern. Babynahrung ist heute so zusammengesetzt, dass sie den Inhaltsstoffen der Muttermilch sehr nahe kommt. Denn eines ist ganz klar: Sechs Monate lang ausschliesslich zu stillen gelingt fast keiner Mutter. Der moderne Alltag von Frauen erlaubt es nicht, dass sie sich beliebig häufig dem Stillen widmen können. Wenn Du bereits ein Kind hast, musst Du deine Aufmerksamkeit ohnehin teilen. Und neben Deiner Rolle als Mutter bist Du schliesslich auch noch Frau, Partnerin, Freundin und vielleicht auch Arbeitnehmerin. Gerade, wenn Du Dein Kind kurzzeitig von Deinen Eltern oder Freunden betreuen lässt, weil Termine anstehen, ist die Organisation des Tagesablaufs bei ausschliesslich gestillten Kindern schwierig.

Der öffentliche "Stillzwang" setzt Mütter unter Druck

Es ist immer leicht, als Aussenstehender mit erhobenem Zeigefinger zu verkünden, wie andere sich zu verhalten haben. Mit Deiner Lebenswelt und Deinem Verständnis von der Rolle einer Mutter müssen solche Forderungen nicht zwingend übereinstimmen. Welche Frau kann oder will ein halbes Jahr lang ihr gesamtes Leben auf den Stillrhythmus ihres Kindes ausrichten?

Du selbst weisst am besten, was Dein Kind braucht und Muttermilch allein reicht nicht aus, dass sich ein Kind gesund und altersgerecht entwickelt. Aufmerksamkeit, liebevolle Zuwendung und ein gut strukturierter Alltag haben mindestens die gleiche Bedeutung. Babys brauchen Mütter, die selbst gesund und mit sich im Reinen sind. Dein Baby hat wenig davon, wenn Du Dich sechs Monate lang quälst, weil Du Dein Kind unbedingt mit Muttermilch ernähren musst. Kinder spüren, wenn ihre Eltern sich gestresst und überfordert fühlen. Nicht nur die Gesundheit Deines Kindes, auch Deine eigene ist wichtig!

Tipp: Manchmal hilft es, Dinge nüchtern zu betrachten

Heute wird ein Baby länger gestillt als früher, wahrscheinlich wurdest Du selbst von Deiner Mutter nicht oder nur kurz gestillt. Aber wenn Du Dich und Dein Leben objektiv betrachtest: Könntest Du mit Sicherheit sagen, dass Du schlanker, gesünder und glücklicher wärst, wenn Du Dich sechs Monate lang ausschliesslich von Muttermilch ernährt hättest? Wohl nicht.

Bildquelle: PublicDomainPictures / pixabay.com

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